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Freiburgs Pflaster wird emissionsfrei gereinigt


Freiburgs Pflaster wird emissionsfrei gereinigt. Möglich macht dies die neue elektrische Kehrmaschine der Abfall-wirtschaft und Stadtreinigung Freiburg (ASF). Die Abgase aus Verbrennungsmotoren sind bundesweit immer noch die zweitgrößte Quelle für Luftschadstoffe. Doch Müllfahrzeuge und Kehrmaschinen sind unverzichtbar und stellen einen Teil des kommunalen Service für Bürgerinnen und Bürger dar. Ein konsequenter Ansatz zur Verbindung von Umwelt- und Stadtverträglichkeit soll die elektrisch angetriebene Kehrmaschine sein, die jetzt bei der ASF im gesamten Stadtgebiet im Einsatz ist.

Dieses innovative Konzept hat auch den regionalen Energie- und Umweltdienstleister Badenova sowie das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur überzeugt: Das Pilotprojekt „Einsatz einer vollelektrischen Straßenkehrmaschine (eSKM) der 2m³ Klasse für die tägliche Reinigung von öffentlichen Straßen, Wegen und Plätzen“ wird im Rahmen des Förderprogramms Elektromobilität vor Ort mit insgesamt 82.550 Euro durch das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur gefördert. Die Modellregionen Elektromobilität werden von der NOW Nationale Organisation Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie koordiniert. Eine Förderung von 108.300 Euro erhält das wegweisende Antriebskonzept aus dem Innovationsfonds für Klima- und Wasserschutz der Badenova.

Optisch unterscheidet sich die elektrisch betriebene Kehrmaschine kaum von einem Modell mit konventionellem Dieselmotor. Für Passanten ist der Unterschied aber deutlich hörbar, da der Elektroantrieb die Geräusch-emissionen um rund 70 Prozent reduziert. Der umfassende ökologische Nutzen ergibt sich aus der Einsatzpraxis: Straßenreinigungsmaschinen sind täglich zwischen sechs und acht Stunden in Betrieb. Bei einer durchschnittlichen Jahresleistung von 1.100 Stunden und einem Verbrauch von mindestens 7,5 Litern Diesel pro Stunde ergibt sich ein Bedarf von rund 8.400 Litern Kraftstoff. Der entsprechende CO2-Ausstoß liegt bei 27 Tonnen jährlich. Diese Menge wird durch den Betrieb mit Ökostrom vermieden. In einem auf zwei Jahre angelegten Praxistest sollen die Betriebstauglichkeit und der ökologische Nutzen des Kehrfahrzeuges geprüft und ausgewertet werden. „Klimaschutz ist ein vorrangiges Ziel der Freiburger Stadtpolitik. Wenn sich der Elektroantrieb bewährt, werden wir eine entsprechende Umrüstung geeigneter Einsatzfahrzeuge prüfen“, erläutert Umweltbürgermeisterin Gerda Stuchlik.

Zeitgleich geht bei der ASF ein neuer Müllwagen in Betrieb. Das Fahrzeug sammelt Bioabfälle und reinigt die Biotonnen in einem Arbeitsgang. Bisher war dafür ein separater Waschwagen im Einsatz. Der neue LKW soll die Biotonnen-Reinigung effizienter machen: Bisher gelang es dem Reinigungsteam der ASF etwa 400 der täglich entleerten Biotonnen eines Bezirks zu waschen. Mit dem neuen Fahrzeug sind 600 Behälterwäschen pro Tag möglich. „Für Freiburgs Bürgerinnen und Bürgern wird der Biotonnen-Service übersichtlicher, für die ASF verringert sich der personelle Aufwand. Damit entsteht ein Nutzen für alle Beteiligten“, ergänzt ASF-Geschäftsführer Michael Broglin.
Der kombinierte Wasch- und Müllwagen wird zum ersten Mal Mitte Mai in Littenweiler eingesetzt. Um das Unfallrisiko beim Zurücksetzen zu reduzieren, ist das Fahrzeug ab Werk mit einem elektronischen Rückfahr-Assistenzsystem ausgerüstet. Es funktioniert ähnlich wie die Einparkhilfe beim Auto: Drei Kameras scannen fortlaufend den Bereich am Heck des Müllwagens. Sobald die Elektronik ein Hindernis oder eine Person hinter dem Fahrzeug erkennt, sendet sie dem Fahrer ein akustisches Signal. Sollte der Fahrer dennoch weiterfahren, wird der automatische Stopp des Wagens ausgelöst.

(Foto von links nach rechts: Mathias Nikolay, Gerda Stuchlik, Michael Broglin)

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