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Ein Jahr FreiburgCup


Ende November 2016 startete die Freiburger Abfallwirtschaft mit dem „FreiburgCup“ ein Pilotprojekt, das bundesweite Beachtung fand. Freiburg war die erste deutsche Großstadt, die mit einem Pfandbecher für den Coffee-To-Go den Kampf gegen die Flut von Einwegverpackungen aufnahm. Kunden zahlen einen Euro Pfand und genießen ihren Kaffee müllfrei. Inzwischen bieten 100 Geschäfte in der Kernstadt den FreiburgCup an, rund 26.000 Pfandbecher hat die ASF ausgeliefert und viele Städte planen Aktionen zur Müllvermeidung, die sich am Freiburger Beispiel orientieren.

Bei seiner Vorstelllung am 22. November 2016 löste der FreiburgCup ein beachtliches Medieninteresse aus: Lokale und überregionale Zeitschriften sowie die Fernsehnachrichten berichteten über den städtischen Mehrwegbecher. Dessen humorvolle Gestaltung mit Freiburg-Motiven vermittelte, dass Abfallvermeidung auch Spass machen kann. Die Idee kam an und der Pfandbecher wurde zum Stadtgespräch: Nach vier Wochen beteiligten sich 44 Geschäfte an der Aktion, seit Mitte November 2017 zählen 100 Cafébetriebe zu den Partnern des „FreiburgCups“. Vertreten sind vor allem Bäckereien, Eiscafés und Caféterien in zentralen Universitätsgebäuden. Außerhalb des Stadtzentrums ist der Pfandbecher bereits im Stühlinger, in der Wiehre, in Cafés in Herdern und im Uni-Klinikum zu bekommen

Geschäfte, die den FreiburgCup anbieten, sind an einem grünen Aufkleber im Schaufenster zu erkennen. Für zusätzliche Informationen hat die ASF die Webseite www.freiburgcup.de und einen digitalen Stadtplan eingerichtet, der alle beteiligten Kaffeegeschäfte darstellt. Seit September ist die zweite Generation von FreiburgCups mit einem QR-Code bedruckt, der die Konsumenten auf die Webseite leitet. Weitere Änderungen sind vorläufig nicht geplant, zudem erlaubt das Budget nur begrenzte Investitionen in Werbemaßnahmen.

Die Nachfrage nach dem Pfandbecher ist vor allem in den Caféterien von Uni- und Hochschulgebäuden groß. Auch eine andere Zielgruppe greift gerne danach: eine große Zahl von Freiburg-Besuchern nimmt den Mehrwegbecher als preiswertes Souvenir mit nach Hause, die Schwundrate liegt bei etwa 15 Prozent. Damit gehen die Mehrwegbecher dem Rückgabesystem verloren und müssen ersetzt werden. „Wir trösten uns damit, dass mit jedem FreiburgCup die Idee der Abfallreduzierung in die Welt exportiert wird“, ergänzt Umweltdezernentin Gerda Stuchlik.

Im Sommer 2017 musste sich der FreiburgCup auch gegen eine voreilige Berichterstattung in der Presse behaupten. Auf Grundlage eines Berichts von Studierenden der Freiburger Fakultät für Umweltwissenschaften wurde dem Pfandbecher in einzelnen Lokalmedien eine „schlechte Ökobilanz“ ausgestellt. Aus Sicht der Abfallwirtschaft war das nicht gerechtfertigt, sie hat den Bericht geprüft und kam zu einem anderen Ergebnis: „Die Studie  bewertet den Pfandbecher insgesamt als eine sinnvolle Initiative mit Verbesserungspotential. Im Nachgang haben wir uns intensiv mit den Autoren des Berichts ausgetauscht“, erklärt Michael Broglin, Geschäftsführer der ASF.

Auch außerhalb Freiburgs hat der kleine Kunststoffbecher etwas bewegt: Da die Sauberkeit vieler Städte unter der Lawine von Einwegbechern leidet, interessierte sich eine große Zahl von kommunalen Betrieben für das Freiburger Modell. Vertreter aus Köln, Hannover und Nürnberg waren vor Ort, um sich über die Mehrwegkampagne zu informieren, in Heilbronn, Friedrichshafen, München und Bielefeld entstanden ähnliche Konzepte zur Vermeidung unnötiger Verpackungen. Wer in Freiburg und anderswo aus dem Pfandbecher trinkt, „hat etwas cupiert“.

www.freiburgcup.de

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